Schlagwort-Archiv: Germanen

Die Germanen rechts und links des Limes

Im deutschen Sprachgebrauch ist es üblich, von dem Limes zu sprechen. Das ist aber nicht ganz korrekt, denn das Wort Limes stammt aus dem Lateinischen und bedeutet im Grunde nur Grenzweg. Es gibt daher verschiedene Limites, wie etwa den Hadrianswall in England oder eben den Obergermanisch-Rätischen Limes, den man in Deutschland einfach nur als Limes bezeichnet. Unglaubliche 550 km lang ist der Limes und bildet damit die Grenze des Römischen Reichs.

Erbaut wurde dieses monumentale Bodendenkmal in etwa um das Jahr 100, eine genaue Datierung erweist sich als schwierig auch deshalb, weil der Limes in Etappen errichtet wurde. Er diente ursprünglich nicht als kriegerischer Grenzwall, sondern lediglich als festgeschriebene Grenze für die wirtschaftlichen Interessen des Römischen Reichs. So entwickelten sich auf der römischen Seite eine recht hohe Kultur und ein gewisser Wohlstand, während auf der anderen Seite des Limes die Germanen nicht über ihren bisherigen Standard hinauskamen. Dadurch ausgelöst wurde natürlich das Bestreben der Germanen, sich in römische Bereiche vorzuwagen. Anfang des 3. Jahrhunderts kam es zu den ersten Grenzübertritten, die meist gewalttätig verliefen. Die Römer versuchten noch, diese Aufstände zurückzudrängen, was ihnen aber aufgrund der vielen Grenzen des Römischen Reichs immer schwerer fiel. Gegen Ende des 3. Jahrhunderts gaben die Römer den Limes wieder auf, alte und neue Grenze des Römischen Reichs wurde der Rhein. Heute kann der Limes an vielen Stellen noch besichtigt werden. Alte Bewachungstürme oder Kastelle waren entweder erhalten oder wurden restauriert, um römische Geschichte erfahrbar zu machen.

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Spitzname der Germanen – die Krauts

Weit über die Landesgrenzen hinweg werden die Deutschen umgangssprachlich als die Krauts bezeichnet. Schon viele Jahrzehnte ist an diesem Image nichts zu rütteln, denn fragt man nach, was die Deutschen am liebsten essen, dann kommt hier ganz schnell das Wort Sauerkraut. Dem ist natürlich nicht so, aber das Nachgesagte scheint in den Köpfen der anderen Nationen, und vor allem bei den Menschen aus den USA fest verankert zu sein.

Der Spitzname der Germanen, die Krauts, entspringt den Zeiten nach dem 2. Weltkrieg, als die Amerikaner Berlin als Besatzungszone einnahmen. Die amerikanischen Söldner haben vielfach erlebt, dass die Deutschen vorwiegend Kraut, speziell Sauerkraut, gegessen haben.
In damaligen Zeiten hatte dies jedoch eher nichts mit einer Vorliebe für dieses Gericht zu tun, sondern eher damit, dass Kohl und Kraut einfach erschwinglich und vor allem auch zu haben waren. Kohl gilt auch heute noch als sogenannte Armeleuteessen, da ein Kohlkopf billig ist und aus ihm viele verschiedene Gerichte zubereitet werden können.
Des Weiteren ist Berlin eine Region, in der das deftige Essen bevorzugt wird. Die Berliner Küche wurde maßgeblich geprägt durch die umliegenden Regionen und Länder und man hat vieles übernommen. Im Berliner Raum legt man auch heute noch viel Wert darauf, dass die Speisen schlicht sind und einfach durch den Eigengeschmack bestechen. Schweinefleisch wird bevorzugt und so ist es auch nicht ungewöhnlich, dass zum Eisbein auch Sauerkraut gereicht wird.

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Arminius und die Cherusker im antiken Germanien

Wer sich für Arminius den Cheruskerfürsten interessiert, der sollte unbedingt einmal der Stadt Detmold im Teutoburger Wald einen Besuch abstatten. Denn hier steht eine sehr imposante Statue, die zur Erinnerung an seinen Triumph über die Römer in der Varusschlacht errichtet wurde. Das Hermannsdenkmal ist fast 54 Meter hoch und damit weithin sichtbar. Doch womit hatte sich Hermann der Cherusker, auch Arminius genannt, diese Ehre verdient? Arminius wurde vermutlich schon als Kind verschleppt und in Rom kriegerisch ausgebildet. Er schaffte es bis zum Rang eines Offiziers und war unter den Römern anerkannt. Allerdings konnte er selbst sich nie ganz mit dem römischen Eroberungsdrang anfreunden und blieb stets skeptisch.

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Spezialitäten der Germanen

Auf die Germanen sind sehr viele spezielle Brauchtümer und Gepflogenheiten zurückzuführen. Sicherlich besonders interessant ist in diesem Zusammenhang die rechtliche Form, die die Germanen bildeten. Denn die Germanen teilten sich selbst in Freie, Halbfreie und Unfreie ein. Diese Bezeichnungen trafen immer nur auf Männer zu, Frauen finden keine besondere Erwähnung in der germanischen Kultur. Die patriarchalische Lebensweise ist fast schon sprichwörtlich. Recht wurde gesprochen, indem sich die freien Männer eines Stammes zum Volksthing zusammenfanden. Sie stimmten über Straftaten und neue Regularien ab.

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Germanen nannte man auch Gallier

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die Begriffe Germanen und Gallier meist als Synonyme verwendet. Das ist aber historisch betrachtet nicht ganz korrekt, denn nur in einer Richtung ist diese Aussage korrekt. Denn alle Gallier waren auch Germanen, jedoch nicht alle Germanen auch Gallier.
Die Germanen lebten in einem riesengroßen Gebiet, welches heute in etwa Mitteleuropa entspricht. Lediglich die Römer waren hier auch vertreten. Das Wort Germanen ist von jeher nur als Sammelbegriff zu verstehen. Dahinter verbergen sich zahlreiche verschiedene Stämme mit ganz unterschiedlichen Traditionen und Bräuchen. Wer also über die Germanen spricht, muss sehr vorsichtig sein, ob seine Aussage wirklich so allgemeingültig ist, dass er damit zahlreiche Stämme umfassen kann. In der Regel sollte man mehr ins Detail gehen und die einzelnen Stämme beim Namen nennen. Da sind etwa die Langobarden, die Cherusker oder die Burgunder. Auch die Vandalen haben sich ihren Namen gemacht. Die eingangs schon erwähnten Gallier etwa waren im Süden und Westen des heutigen Europas zu Hause. Die Gebiete, auf denen sich heute etwa Belgien und Frankreich befinden, waren eins das Gallien. Teile der Schweiz dürfen auch noch hinzugezählt werden. Ganz besondere Traditionen, Brauchtümer und auch Gottheiten gehörten zu den Galliern, die keltischen Ursprungs sind. Die Gallier gehörten zu den Stämmen, die später im Verlauf der Geschichte von den Römern unterworfen wurden. Die Gebiete von Frankreich und Gallien wurden von Römern besetzt und unterlagen der Provinzialisierung. Die Gallier verloren dadurch an Bedeutung. Viele Menschen kennen die Gallier heute vorwiegend aus einer bekannten Comicserie, die auch historisch ironische Aspekte aufzeigt.

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